Nach Terra Madre Salone del Gusto 2018 startet die weltweite Slow Food-Kampagne „Food For Change“ für eine klimafreundliche Zukunft

Die größte internationale Veranstaltung rund um gute, saubere und faire Lebensmittel ging heute zu Ende. Zu diesem Anlass bekräftigten 7000 Delegierte von Slow Food aus 150 Ländern ihr Engagement für einen Wandel des globalen Lebensmittelsystems. Nach ihrer Rückkehr in die heimischen Gemeinschaften werden sie alle wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Von Turin aus startet jetzt die weltweite Sensibilisierungskampagne über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel. Ein dringendes Thema, das weltweit alle Gemeinschaften der anwesenden Lebensmittelerzeuger betrifft, wie aus zahlreichen Berichten über die großen Probleme hervorging, mit denen die Erzeuger täglich zu kämpfen haben – wenn es sich nicht bereits um richtiggehende Katastrophen handelt. Von den Hirten aus Kenia bis zu dem Volk der Sami in Schweden, von den Fischern im Mittelmeer bis zu den Bauen in den Anden: Wer in engem Kontakt mit der Natur arbeitet, spürt am eigenen Leib die Folgen dieser „größten Herausforderung, der die Menschheit je gegenüberstand”, wie es der indische Schriftsteller Amitav Ghosh in einer Konferenz ausdrückte.

Die Gemeinschaft von Slow Food wird in den nächsten Monaten die Arbeit fortsetzen, die ihre Vertreter während der fünf Veranstaltungstage von Terra Madre Salone del Gusto begonnen haben. Dabei stellen die Beziehungen, die sich zwischen Menschen mit den gleichen Werten und der gleichen Wertschätzung für unsere Erde und unser Essen aufgebaut haben, einen großen Reichtum dar.

Terra Madre Salone del Gusto ist ein Ort, der kulturelle Differenzen und Ländergrenzen überschreitet, der Ideologien und Rivalitäten überwindet. Hier kommen Hausfrauen und Sterneköche zusammen, treffen Vertreter verschiedenster Länder aufeinander. In den Terra Madre-Küchen tauschen beispielsweise libanesische und israelische Köche Tipps und kochen gemeinsam, ein finnischer Koch mit philippinischen Wurzeln ruft überraschende Crossover-Erfahrungen ins Leben, und russische Köche nehmen an gut 33 Foren und Workshops teil. Verschiedene Länder, darunter Georgien, konnten der Welt mit Unterstützung der heimischen Landwirtschaftsminister erstmals ihre reiche biokulturelle Artenvielfalt zeigen.

Die Foren und Konferenzen erfreuten sich großer Beliebtheit. Experten, Fachleute, Besucher und Delegierte lieferten Input und Ideen und bekräftigten wieder einmal, dass diese Veranstaltung Brutstätte für Projekte ist, die einen Wandel einleiten. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen geografischen Gebieten intensiviert sich und für die unmittelbare Zukunft stehen viele interessante neue Veranstaltungen bevor: Eine Neuauflage von Terra Madre Nordische Länder (bemerkenswert war auch die erstmalige Teilnahme von Grönland am Salone) sowie Terra Madre Brasilien in Bahia; in Lateinamerika entwickelt sich – ausgehend von Kuba und Kolumbien – das Netzwerk „Finca Slow“ von agroökologischen Landwirtschaftbetrieben. Auch die Delegation aus Haiti und die Erzeuger der neuen Presidi aus Yukatan werden viele neue Anregungen mit nach Hause nehmen. In Aserbaidschan wurde ein Projekt für nachhaltigen Tourismus mit kulinarischer Komponente lanciert, während die österreichische Region Kärnten, wo Slow Travel bereits seit einigen Jahren aktiv ist, mit dem Publikum die überaus positiven Ergebnisse der Initiative teilen konnte.

Viele namhafte Köche – darunter auch Matteo Baronetto, Chefkoch des Turineser Restaurants „Del Cambio”, der bei der abschließenden Pressekonferenz sprach – versprachen, sich für die Verwendung lokaler Produkte von Kleinerzeugern einzusetzen und in die Schulen zu gehen, um die neuen Generationen für gesunde Ernährung zu begeistern. Denn die Köche spielen für die Slow Food-Kampagne Food for Change eine Schlüsselrolle: Als Multiplikatoren tragen sie eine große Verantwortung und können das Bewusstsein der Leute wecken.

Diese Sensibilisierung ist nach Ansicht von Slow Food dringend nötig, denn der Klimawandel betrifft uns bereits hier und jetzt, auch wenn nur wenige die Dringlichkeit des Problems zugeben wollen.

Aus diesem Grund unterstrich Richard Mc Carthy, Geschäftsführer von Slow Food USA, in seiner Rede, dass nach Abschluss der Veranstaltung die Sensibilisierungsarbeit beginnen muss. Das gesamte Netzwerk von Slow Food wird zwei Monate lang all seine Kräfte bündeln, um den Klimawandel zu bekämpfen. Die Kampagne Food For Change ist denn auch ein Handlungsaufruf, angefangen bei der ersten Mitmach-Aktion. Darin sind Slow Food-Unterstützer aus aller Welt aufgefordert, vom 16. bis zum 22. Oktober: eine Woche lang kein Fleisch zu essen, nur lokale Zutaten beim Kochen zu verwenden oder nichts zu verschwenden, oder aber an allen drei Initiativen teilzunehmen.

Anhand der Zahl der Teilnehmer an diesen Aktionen werden wir in Zusammenarbeit mit Indaco2 (Umweltindikatoren und CO2, ein Spin-off der Universität Siena) berechnen, wie viel CO2 dank unseres gemeinsamen Einsatzes gespart werden konnte.

Das ist also die Hinterlassenschaft von Terra Madre Salone del Gusto: Eine Kampagne, die zum konkreten Handeln auffordert, damit wir alle unseren Beitrag zur Rettung dieses Planeten leisten können.

Terra Madre Salone del Gusto 2018 Pressebüro

Slow Food, +39 329 83 212 85 internationalpress@slowfood.it – Twitter: @SlowFoodPress

Region Piemont, +39 011 432 2549 – donatella.actis@regione.piemonte.it

Stadt Turin, +39 01101123602 – +39 3494162657 – mauro.gentile@comune.torino.it

Terra Madre Salone del Gusto ist eine Veranstaltung, die von der Stadt Turin, Slow Food und der Region Piemont in Zusammenarbeit mit dem MIPAAF (Italienischen Ministerium für Land- und Forstwirtschaft) organisiert wird. Die Veranstaltung wird durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren ermöglicht, darunter die Offiziellen Partner, GLEvents-LingottoFiere, IREN, Lavazza, Lurisia, Parmigiano Reggiano, Pastificio Di Martino und Quality Beer Academy; mit Unterstützung der Compagnia di San Paolo, Fondazione CRT-Cassa di Risparmio di Torino, Associazione delle Fondazioni di Origine Bancaria del Piemonte, sowie Coldiretti; sowie der Unterstützung des IFAD, der Europäischen Union, der TCF-Stiftung und CIA (Confederazione Italiana Agricoltori).

Slow Food ist eine weltweite, mitgliedergestützte Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzenten und der Umwelt erhält. Zur Slow Food-Bewegung gehören über eine Million Aktivisten, Köche, Fachleute, junge Menschen, Bauern, Fischer und Akademiker in über 160 Ländern.

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