Morgen geht’s los. So verabschiedet sich Slow Food von der Expo

Morgen beginnt das erneuerte Engagement unseres Netzwerks in Italien und im Rest der Welt

Wir haben es von Anfang an gesagt: Für uns würde die Expo nur ein Intermezzo sein, sechs Monate Sondereinsatz in einem Kontext, der sich von unserem gewohnten Aktionsradius deutlich unterscheiden würde. Die Expo 2015 in Mailand wollte ein Anziehungspunkt für Millionen von Menschen sein, und das ist ihr auch gelungen. Im Mittelpunkt der weltweiten Aufmerksamkeit stand – auf unterschiedlichen Ebenen – das Thema Ernährung.

Wir wollten unsere Themen und unsere Antwort auf die Frage Wie kann der Planet ernährt werden? in diesen großen Rahmen einbetten. Dabei waren wir uns der Tatsache bewusst, nicht die einzigen zu sein und dass die Antworten anderer Expo-Teilnehmer womöglich ganz anders aussehen würden.

Wir wollten ein größeres und vielleicht auch weniger informiertes Publikum erreichen. Das ist uns auch dank der Kooperation mit den Architekten Herzog & De Meuron gelungen, die den Pavillon von Slow Food entworfen, unseren Botschaften ein konkrete Form gegeben und eine Oase des friedlichen Lebens geschaffen haben.

Die Ausstellung Salvare la biodiversità, salvare il pianeta (Die Rettung der Biodiversität, die Rettung des Planeten) zielte auf die Beteiligung und Einbeziehung der Besucher und wollte – ausgehend von den Vorschlägen seitens Slow Food – zum Nachdenken über die großen Übel des modernen Ernährungsmodells und zur Suche nach alternativen Ansätzen anregen. Als Antwort darauf hängten die Besucher Tausende von Botschaften der Anerkennung an den Baum der Biodiversität und bezeugten das dringende Bedürfnis nach echter Information.

Der Gemüsegarten war unser wichtigstes didaktisches Werkzeug: nicht nur ein szenisches, dekoratives Element, sondern ein Platz, wo Schulklassen und Erwachsene die Verschiedenartigkeit von Gemüsesorten, den Fruchtwechsel je nach Jahreszeit kennenlernten und echten Geschmack erleben konnten.

Wir haben uns jeden Tag dafür eingesetzt, den vielen Erzeugern von Nahrungsmitteln eine Stimme zu geben, denn sie hätten die eigentlichen Hauptdarsteller dieser Expo sein müssen. Dazu veranstalteten wir in unserem Theater 700 Events (Sie finden sie in unserem Kalender). Der Hauptmoment war Terra Madre Giovani, zu dem über 2500 junge Bauern, Erzeuger, Studenten und Aktivisten aus 45 Ländern in Mailand zusammenkamen und die Expo mit ihren Ideen für die Zukunft “eroberten“.

Nino Pascale, der Präsident von Slow Food Italien dazu: “In diesen sechs Monaten haben wir die Kohärenz der Botschaft nie aus den Augen verloren. Wir sind reifer geworden, denn wir haben dazugelernt und andere haben von uns gelernt. Wir möchten die Expo mit folgenden Worten beenden: Morgen geht’s los, denn Slow Food befasst sich mit dem Thema der Ernährung des Planeten bereits in einer Zeit, als es die Expo noch gar nicht gab, und wird sich auch danach weiter mit dem Thema befassen, wenn das Ausstellungsareal in Rho seine Tore schließt. Das Thema der Ernährung des Planeten liegt uns nunmehr seit drei Jahrzehnten am Herzen (2016 begehen wir die 30-jährige Gründung von Slow Food Italien) und das wird auch in  Zukunft so sein. Die Debatte und die Auseinandersetzung über die würdige Ernährung einer immer weiter wachsenden Weltbevölkerung muss weitergeführt werden, denn die Auswirkungen des Nahrungsmittelsystems auf die Umwelt, die Gesundheit und die Gerechtigkeit werden immer schwerwiegender“.

Das internationale Netzwerk hat nie aufgehört zu funktionieren:

  • Es arbeitet bereits an der Organisation von Terra Madre Indigenous vom 3. bis 8. November in Shillong (Indien) sowie am Fest der Schulgärten am 11. November in 500 italienischen Schulen und am Slow Food Asia Pacific Festival vom 18. bis 22. in Kintex in Südkorea.
  • Es nimmt am großen Tag der Mobilisierung vor der Klimakonferenz in Paris teil und will so einen eigenen politischen Beitrag leisten.
  • Es arbeitet weiterhin am Projekt 10.000 Gärten in Afrika. Heute gibt es knapp 2000 in 34 Ländern.
  • Es hat ein Observatorium der Biodiversität ins Leben gerufen und bis heute 2673 vom Aussterben bedrohter Produkte in der Arche des Geschmacks organisiert.
  • Es kämpft weiter gegen Bodenversiegelung sowie für ein endgültiges Verbot von GVO und für den Stopp von TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership).

Weiterführende Informationen über Slow Food auf der Expo: https://www.slowfood.com/expo2015/en/

Weiterführende Informationen erhalten Sie an der Pressestelle von Slow Food International:

Paola Nano, +39 329 8321285 [email protected]

Slow Food involviert Millionen Menschen, die sich mit großer Begeisterung für „gute, saubere und faire“ Nahrungsmittel engagieren. Ein Netzwerk von Interessierten, Experten, Köchen, jungen Menschen, Erzeugern, Fischern und Akademikern aus 158 Ländern. Darunter 100.000 Slow Food Mitglieder in 1.500 lokalen Gruppen, die einen Beitrag leisten durch ihren Mitgliedsbeitrag und durch die von ihnen organisierten Events und Kampagnen. Außerdem 2000 Terra Madre Lebensmittelgemeinschaften, die als Kleinbauern auf der ganzen Welt hochwertige Nahrungsmittel auf nachhaltige Art und Weise produzieren.

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