Ein Markt, der eine neue Slow Food Gemeinschaft ins Leben ruft

Artur und Justyna Kinasz sind jung, aber sie haben schon viel für ihre Stadt getan. Der Markt der Erde – Targ Pietruszkowy – in Krakau, der erste in Polen, ist ihrem Einsatz zu verdanken.

Seit der Fleischmarkt im Stadtteil Podgórze abgerissen wurde, gab es in Krakau auf dem rechten Weichselufer keinen Wochenmarkt mehr. Die berühmte Markthalle, die bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg genutzt wurde, war nicht wieder aufgebaut worden.

So entstand die Idee zu einem Markt, der den Erzeugern aus der Region Małopolska die Chance geben würde, frische Produkte aus einer gesunden Landwirtschaft ohne Chemikalien direkt an die Verbraucher zu verkaufen. Der Plan brachte in kurzer Zeit rund achtzig Kleinbauern zusammen, die von Artur und Justyna nach einfachen, aber strengen Kriterien ausgewählt wurden: lokale Herkunft (aus der Umgebung, max. 150 km von der Stadt entfernt), keine Chemikalien, persönliche Anwesenheit des Landwirts oder seiner Familie auf dem Markt. Frisches Gemüse und Obst, Brot, Öl, Säfte, Konserven, Honig, Fleisch, Milch, Eier, Käse, Süßwasserfische, Mehl, Torten: Heute können die Bewohner des Viertels gesunde Hofprodukte vor ihrer Haustür finden.
Einige Stände bieten auch etwas zu essen an, das mit Zutaten direkt vom Markt zubereitet wird.

Alle angebotenen Produkte sind biologisch zertifiziert oder folgen einem internen Garantiesystem, das regelmäßige Analysen durch die Organisatoren des Marktes vorsieht. Pflanzliche Produkte müssen frei von Pflanzenschutzmitteln sein. Fleisch und Fisch dürfen keine Antibiotika enthalten, die Tiere dürfen nicht mit künstlichem Futter ernährt worden sein. Wenn der Test negativ ausfällt, wird der Landwirt vom Markt ausgeschlossen.

Die Ergebnisse liegen für alle zur Einsicht aus.

Für die Verwaltung des Marktes haben Artur und Justyna eine Stiftung gegründet. Sie ist gemeinnützig und arbeitet aktiv mit anderen Vereinen und der Stiftung Kupuj Odpowiedzialnie (The Buy Responsibly Foundation) zusammen. Sie kümmert sich um nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz, verantwortlichen Verbrauch und Produktion sowie die Achtung der Menschenrechte und der Umweltprinzipien in der Geschäftswelt. Durch diese Zusammenarbeit organisiert der Markt Thementage wie den Verkauf von Produkten aus fairem Handel, zum Umweltschutz, zum verantwortlichen Verbrauch. Die Einkünfte des Marktes werden für Verbesserungen verwendet, so ist es zum Beispiel im Moment nötig, die Stände mit Öfen auszustatten, um die Kälte im Winter besser zu überstehen.

In Marktnähe hat die Stiftung auch das Bistro Gotujemy eröffnet, das Gerichte aus den Zutaten vom Markt der Erde anbietet. Die Namen der Erzeuger sind auf der Speisekarte angegeben.

Der Markt in Krakau ist eines der ersten Beispiel für eine Gemeinschaft von Terra Madre und Slow Food. Er hat sich der Bewegung angeschlossen, das Manifest unterzeichnet und sich verpflichtet, in den nächsten drei Jahren die Kampagne Food for Change zu unterstützen.

 


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