Yam Yam! Die Arche des Geschmacks kommt nach Peking

19 Okt 2015

Seltene Reissorten, traditionelle Tees und spezielle Gewürzmischungen sind nur ein kleiner Teil der chinesischen Küche, die sich Ende September auf dem Slow Food Beijing Festival präsentierte!

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Auf dem ersten internationalen Event von Slow Food Great China drehte sich alles um biologische Vielfalt. Dabei wurden nicht nur chinesische Kandidaten für die Arche des Geschmacks präsentiert, sondern eine Auswahl an Erzeugnissen der Arche des Geschmacks und Presidi aus der ganzen Welt. Außerdem stellte eine Delegation internationaler Vertreter von Slow Food die Kernprojekte und -themen unserer Organisation vor – von der Nahrungsmittelverschwendung und Slow Meat bis zu den Presidi und den 10.000 Gärten in Afrika. Zahlreiche chinesische Gäste und Journalisten waren zugegen. Zehntausende internationaler und chinesischer Besucher bevölkerten den Ausstellungsstand von Slow Food in der Pekinger Freihandelszone und warfen einen Blick auf die neusten Passagiere unseres internationalen Katalogs der biologischen Vielfalt.

Was gab es also zu sehen? Hier einige Neuzugänge der Arche des Geschmacks aus verschiedenen chinesischen Regionen:

Handgemachter Hakka Reiswein
Handgemachter Hakka Reiswein wird während der Wintermonate in der Provinz Fujian hergestellt. Dazu werden zwölf verschiedene Verarbeitungsphasen befolgt und die gleichen Brauwerkzeuge verwendet wie schon in der Ming- und Qing-Dynastien. Die Braumethode wird von Generation zu Generation weitergegeben. Das Getränk ist bernsteinfarben und hat ein starkes, angenehmes Bouquet und einen weichen, süßen Geschmack. Im Dorf Zhixi wird dieser Wein zu feierlichen Anlässen getrunken, wird aber nach und nach von industriell gefertigten Weinen und Bieren verdrängt.

Yamswurzel- und Dattelrollen
Die muslimische chinesische Küche ist ein wichtiger Teil der chinesischen Esskultur und Yamswurzel- und Dattelrollen sind eine typische Süßspeise dieser chinesischen Küche. Rote Datteln, chinesische Yamswurzel, Süß- und weiße Kartoffeln werden mit Zuckersirup vermischt, in Rollen gefüllt, gedämpft und frittiert. Die Herstellung dieses Gepäcks wird traditionell innerhalb der Familie weitergegeben, doch immer weniger junge Menschen setzen die Tradition fort und das Überleben dieser Süßspeise ist unsicher.

Slow_Food_Great_China_1Handgemachtes Wurme
Wurme ist ein traditionelles Erzeugnis der Inneren Mongolei und seine Herstellung ist seit dem 6. Jahrhundert dokumentiert. Für die Erzeugung wird frische Ziegen- oder Kuhmilch sanft erhitzt, bis sich eine Haut an der Oberfläche bildet. Die Haut wird mit Stäbchen abgenommen und zum Trocknen aufgehängt. Da Wurme nur aus sehr fetter Milch gemacht wird, stellt man es nur in den Herbst- und Wintermonaten und in kleinem Maßstab her.

Süßigkeiten aus Eselshautgelatine aus Dong’e
Im Dorf Dong’e in der Provinz Shandong werden geleeartige Süßigkeiten aus Eselshautgelatine hergestellt. Diese wird mit gelbem Wein, Zucker, Lilienwurzelmehl, Datteln, Wolfsbeeren, Walnüssen und schwarzen Sesamsamen vermischt. Die Süßigkeit hat einen hohen Aminosäuregehalt, doch die handwerklich hergestellten Produkte werden nach und nach durch billigere Erzeugnisse von fragwürdiger Herkunft ersetzt.

Yanbian Gelbvieh
Die lokale chinesische Rinderart, das Yanbian Gelbvieh, gibt es seit über 200 Jahren. Offiziell anerkannt durch das Landwirtschaftsministerium wurde sie erst in den 1960er Jahren. Im Zuge der immer schneller fortschreitenden Bebauung, schrumpfen die Acker- und Waldflächen im Nordosten Chinas, weswegen den Züchtern von Yanbian Gelbvieh immer weniger Land zur Verfügung steht.

Ph. Jürgen Schmücking

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