Slow Food mahnt EU-Mitgliedsstaaten die Wiederzulassung von Glyphosat in Europa zu verhindern

07 Mrz 2016

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Am 7. und 8. März 2016 wird der Ständige EU-Ausschuss zu Pflanzen, Tieren, Lebens- und Futtermitteln (PAFF Committee) die Wiederzulassung von Glyphosat – dem weltweit am meisten verbreiteten Herbizid – für weitere 15 Jahre erneut bewerten.

Slow Food verlangt von den EU-Mitgliedsstaaten, die erneute Zulassung von Glyphosat am 7. März abzulehnen und sich somit für den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt einzusetzen.

Carlo Petrini, Päsident von Slow Food International, sagt dazu: “Es gibt keinen Spielraum für Kompromisse. Wir müssen entscheiden, ob wir die Zukunft unserer Nahrung in die Hände der chemischen Industrie legen. Diese verspricht, den Planeten zu ernähren – was nach den Hundertausenden Tonnen von Glyphosat, welche jedes Jahr verkauft wird – eher ein Vorwand für offensichtlich wirtschaftliches Interesse scheint. Oder ob wir eine Politik wählen, welcher die Gesundheit der Verbraucher und den Umweltschutz in den Vordergrund stellt.”

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Der Einsatz von Glyphosat steigt derzeit weltweit und entfacht eine heftige Debatte über die (Un)-Schädlichkeit des weltweit meistverkauften Unkrautvernichters, dessen Spuren in Obst und Gemüse, in Getreideprodukten, in genetisch verändertem Mais und Sojabohnen zur Futtermittelproduktion, in Bierproben und sogar in Bioprodukten nachgewiesen wurden. Rückstände wurden selbst in menschlichem Urin von Verbrauchern gemessen.

Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, kommentiert: “Die Europäische Kommission ist verpflichtet, alle Ergebnisse und Studien zum Thema Glyphosat zu berücksichtigen. Auf die Tatsache, dass die Internationale Agentur für Krebsforschung, teil der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend einstuft, müsste eigentlich ein Moratorium zu diesem Herbizid folgen. Dennoch sieht es so aus, als ob die zuständigen Behörden dem Lobbydruck der Chemieindustrie nachgegeben hätten.” Der Antrag auf Neuzulassung von Glyphosat wurde von der European Glyphosate Task Force eingereicht, einem Konsortium mit etwa zwanzig Antragstellern, unter ihnen Dow AgroSciences, Monsanto Europe und Syngenta.

Shane Holland, Vorstandsvorsitzender Slow Food Großbritannien: “Slow Food hat in Großbritannien lange gegen Glyphosate geworben. Wir haben die stille Hoffnung, dass die EU an diesem Montag entscheiden wird, die Verwendung dieser giftigen Chemikalie einzustellen, oder sie für weitere 15 Jahre zu genehmigen. Die Bürger in ganz Europa sollten sich im Protest vereinen und ihrer Stimme Gehör verschaffen; denn eines ist sicher, die Stimmen der Lobbyisten der Chemieunternehmen werden ebenfalls laut sein.”

Gaetano Pascale, Vorsitzender von Slow Food Italy: “Wissenschaftliche Studien haben vor Kurzem versucht, die Toxizität von Glyphosat aufzudecken. Heute ist es ein Kampf zwischen denjenigen, die zurück zu einer saubereren Landwirtschaft wollen und den multinationalen Chemieunternehmen. Slow Food Italien mahnt zur Vorsicht, um Bürger und Verbraucher zu schützen. Die Europäische Kommission scheint sich hinter dem Mangel an Daten zu den Risiken von Glyphosat zu verstecken. Und dabei ist es doch gerade dieser Mangel an wissenschaftlicher Gewissheit, der die Kommission dazu veranlassen sollte, die Wiederzulassung für die kommerzielle Nutzung zu untersagen.”

Slow Food hat kürzlich die Petition Stop Glyphosate unterzeichnet, gestützt von We Move, und unternimmt Maßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene, um in Zusammenarbeit mit europäischen Gesundheits- und Umweltorganisationen ein Bewusstsein über die Risiken von Glyphosat zu schaffen.

Um die Petition zu Glyphosat zu unterzeichnen:

https://act.wemove.eu/campaigns/stop-glyphosate

Was Slow Food bereits zu diesem Thema veröffentlicht hat:

Glyphosate: Harmless Chemical or Possible Carcinogen?

Glyphosate: Voices For and Against

10 Things You Need To Know About Glyphosate

Vormerken: Dieses Jahr wird die Pesticide Action Week vom 20. bis 30. März stattfinden. Schwerpunkt ist der Einfluss von Pestiziden auf die menschliche Gesundheit und die Notwendigkeit für alternative Lösungen, um die Landwirtschaft umweltfreundlicher und weniger riskant für unsere Gesundheit zu machen.

 

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