EBI „Eat ORIGINal. Unmask Your Food” zeugt von den Bedenken tausender Europäer

20 Jun 2019

 width=In einigen Ländern der Europäischen Union, wie Italien, Griechenland, Frankreich oder Litauen, geht der Trend zunehmend zu einer präziseren Lebensmittelkennzeichnung. Während in Italien kürzlich eine Kennzeichnungspflicht auf den Pasta- und Reisverpackungen eingeführt wurde, laut der das Ursprungsland von Weizen und Reis angegeben sein muss, fehlen in den meisten EU-Ländern Ursprungsangaben auf Milch, Milchprodukten, unverarbeiteten Lebensmitteln und Produkten aus einer Zutat, wie Mehl oder Zucker. Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Eat Original. Unmask Your Food”, die auch Slow Food Europa unterstützt, fordert die Europäische Kommission auf,  eine obligatorische Ursprungserklärung für alle Lebensmittel vorzuschreiben, um Betrug zu verhindern, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und das Recht der Verbraucher auf Information zu garantieren. Die EBI wurde vergangenen Herbst vom italienischen Bauernverband Coldiretti gestartet.

Ein Bericht der EU-Kommission von 2013 zeigte, dass rund 90 % aller Europäer es für nötig halten, den Ursprung von verarbeiteten Lebensmitteln und Fleischerzeugnissen anzugeben. Ein Eurobarometer aus demselben Jahr ergab, dass dies laut 84 % aller EU-Bürger auch für Milch gilt.

Nach den aktuell geltenden Vorschriften muss auf bestimmten Lebensmitteln, wie Honig, Olivenöl, frischem Obst und Gemüse, frischem oder tiefgefrorenem Rindfleisch, Schweine-, Schaf-, Ziegenfleisch und Geflügel der Ursprung angegeben sein. Eine Ausnahme gilt jedoch z.B. für Hackfleisch, wo es ausreicht, das Produkt einfach als „EU“, „Nicht-EU“ oder „EU und Nicht-EU“ kennzuzeichnen. Ein Fall, mit dem sich die Irish Times beschäftigt hatte, bringt zum Vorschein, dass viele Honigetiketten angeben „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU- Ländern“, was nur zum Ausdruck bringt, dass der Honig von irgendwoher auf der Welt kommen könnte.

In den letzten Jahren wurde der Ruf nach mehr Informationen über den Ursprung von Lebensmitteln immer lauter, besonders in Folge von zunehmenden Betrugsfällen. Einer der berühmtesten Skandale in Europa, den die irische Behörde für Lebensmittelsicherheit 2013 aufdeckte, betraf die Verwendung von Pferdefleisch in billigen Tiefkühl-Burgern und Fertiggerichten. Ähnliche Fälle wurden kurz danach in 13 weiteren EU-Ländern gemeldet. Nach einer internationalen Ermittlung konnte der Ursprung des Fleischs nach Frankreich zurückverfolgt werden.  Der französische Lieferant Spanghero wurde beschuldigt, das Fleisch als in Frankreich gehacktes und zubereitetes „entbeintes Rindfleisch” deklariert zu haben, obwohl er Kenntnis davon hatte, dass es sich um  in Rumänien, Belgien oder Kanada verarbeitetes Pferdefleisch handelte. Der Skandal brachte ein erhebliches Versagen der Rückverfolgbarkeit der Lebensmittellieferkette zum Vorschein und zeigte, wie verletzlich das System ohne Kennzeichnungspflicht mit Ursprungsangabe ist.

In Europa verursacht Betrug im Lebensmittelbereich einen Schaden von schätzungsweise bis zu 12 Milliarden Euro pro Jahr. Ein jüngst veröffentlichter Bericht zeigt, dass die größte Anzahl von Betrugsfällen im Lebensmittelbereich in Europa in Italien und Spanien verzeichnet wurde.

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Europäische Bürger haben die Möglichkeit, konkrete Änderungen der Rechtsvorschriften in den Bereichen anzuregen, in denen die Europäische Kommission befugt ist, Rechtsakte vorzuschlagen, z. B. in den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Energie, Verkehr und Handel. Um eine Initiative zu starten, braucht es mindestens 1 Million Unterstützungsbekundungen und einen Mindestwert von Unterschriften aus mindestens 7 unterschiedlichen Mitgliedsländern, damit die Europäische Kommission entscheidet, ob sie tätig wird.

 

 

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