Der Verein „Slow Food Turtle Island”, vielversprechendes Projekt der amerikanischen Ureinwohner, feiert seinen ersten Jahrestag

24 Apr 2017

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Im Februar vor einem Jahr, während des so genannten Anishinaabeg Makoonsi-Giisis-Festes (Mond des Bärenjungen), wurde in Taos, im amerikanischen Bundesstaat New Mexico, offiziell der Verein „Slow Food Turtle Island” gegründet. Der Verein ist als Teil von Slow Food International ganz der Philosophie von gutem, sauberem und fairem Essen für alle verpflichtet, insbesondere im Hinblick auf die  Grundnahrungsmittel der nativen Völker von Turtle Island (wie die amerikanischen Ureinwohner Kanada, Mexiko, und die USA einschließlich Hawaii nennen). Wir möchten unseren Gemeinschaften unterschiedlichste Thematiken aus dem Lebensmittelbereich nahebringen, darunter Fragen zu Gesundheit und Wohlbefinden, Bodennutzung, Landwirtschaft und Lebensmittelpolitik. Darüber hinaus sollen sie für den Schutz und die Wiederaufwertung seltener alter Sorten sensibilisiert werden, sowie den Erhalt der damit verbundenen traditionellen Kenntnisse und Praktiken.

Dieser neu gegründete Verein ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit zwischen nativen amerikanischen Bauern, Lebensmittelerzeugern, Köchen und Aktivisten mit Slow Food International, Slow Food USA, und im breiteren Sinne dem Terra Madre-Netzwerk. Viele von uns sind nach Italien gereist, um sich dort über die Presidiprojekte Anishinaabeg manoomin (Wildreis), das Navajo-Churro-Schaf und die Produkte der Arche des Geschmacks, wie den Weißen Irokesen-Mais, den Okanagan-Lachs, und viele weitere Themen und traditionelle Lebensmittel der amerikanischen Ureinwohner auszutauschen. Eine der engagierten Leiterinnen, Winona LaDuke, setzte sich von Anfang an bei Slow Food für die Thematiken nativer amerikanischer Lebensmittel ein und sorgte dafür, dass der Wildreis Passagier der Arche des Geschmacks wurde. Ihrem Einsatz ist auch die rasche Eröffnung der Presidi-Projekte zu verdanken. Einige von uns wirkten bereits länger bei anderen Projekten von Slow Food mit. Die Organisation „Cultural Conservancy” entwickelte 2008 anlässlich der Veranstaltung Slow Food Nation in San Francisco den Pavillon für native amerikanische Lebensmittel.

Unser Verein wird von einem 10-köpfigen Vorstand geleitet. Aktuell sind wir dabei, bei der Öffentlichkeit Interesse für unseren Verein zu wecken, um unseren Mitgliederstamm auszubauen und Spenden zu sammeln. Der Vorstand besteht aus gemeinnützigen Organisationen unter Leitung amerikanischer Ureinwohner, Verbänden nativer Amerikaner und nativen Einzelpersonen. Zu den wichtigsten Akteuren gehören die Taos Country Economic Development Corporation, die Organisation Cultural Conservancy, der Intertribal Agriculture Council, Honor the Earth, die Traditional Native American Farmer’s Association, das Four Bridges Traveling Permaculture Institute, der International Indian Treaty Council, Navajo Lifeway, Inc. und einige weitere.

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Nach einjährigem Bestehen wächst unser Verein langsam aber sicher und entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur der nationalen und internationalen Bewegung für Nahrungsmittelsouveränität. Viele von uns waren 2016 bei Terra Madre in Turin am Stand des Vereins Turtle Island anwesend. Dort konnten wir unsere Lebensmittel und Belange vorstellen und an Diskussionsrunden, Workshops, kulturellen Initiativen und kulinarischen Verkostungen teilnehmen. Heute setzen unsere Mitglieder viele spannende Projekte zum Schutz unserer nativen Lebensmittel und traditionellen Praktiken um.

Wir sind dabei, den Wachstum unseres Vereins strategisch zu steuern und planen gerade für Juli 2017 unsere Teilnahme an der Veranstaltung Slow Food Nations in Denver, im amerikanischen Bundesstaat Colorado. Dort wird es einen eigenen Pavillon geben, wo einerseits Informationen zu unseren Lebensmitteln erhältlich sind, andererseits Verkostungen und Präsentationen durchgeführt werden. Weiterhin wirken wir am Netzwerk Indigenous Terra Madre (ITM) mit und möchten bei der nächsten ITM-Konferenz eine tragende Rolle spielen. Wir freuen uns darauf, die Slow Food-Bewegung dank der Einladung nach Italien noch weiter für indigene Belange zu sensibilisieren und möchten mit unseren Netzwerken und Partnern dazu beitragen, unsere Bindung an unser Heimatland und seine traditionellen Lebensmittel zu schützen und zu erneuern.

 

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