Aufruf zu einem pestizidfreien Frühling: Slow Food schließt sich dieses Jahr der Pestizid-Aktionswoche an!

In Kürze findet zum 13. Mal die Pestizid-Aktionswoche statt. Slow Food nimmt gemeinsam mit anderen Verbänden an der von Générations Futures organisierten Initiative teil: Der Fokus liegt dieses Jahr auf dem Thema Lebensmittel, das für unseren Verein von besonderer Bedeutung ist.

Heute fällt der Startschuss für die Aktionswoche. Die zahlreichen Konferenzen, Filmvorführungen, Tage der offenen Tür, Märkte, Ausstellungen, Workshops und Informationsveranstaltungen von und für Vereine, Bauern, Betriebe, Lehrer, lokale Träger und Behörden sollen Verbraucher über die Gefahren informieren, die Pestizide für unsere Umwelt und Gesundheit darstellen und sie zum Einsatz alternativer Methoden anregen.

Die wichtigsten Ziele der Initiative sind folgende:

  • Sensibilisierung über die Gefahren von synthetischen Pestiziden für die Gesundheit und Umwelt
  • Vorstellung und Förderung alternativer Lösungen
  • Aufbau einer weltweiten mitgliedergestützten Bewegung für eine pestizidfreie Welt

Inzwischen ist natürlich allseits bekannt, dass Pestizide katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt, die Gesundheit der Menschen und die Gesellschaft im Allgemeinen haben (https://www.slowfood.com/pesticides-debunking-myths/), aber das Thema ist und bleibt eine große Herausforderung. Multinationale Hersteller von Schädlingsbekämpfungsmitteln behaupten nach wie vor, dass sie unerlässlich sind, um die Ernährungssicherheit für die Bevölkerung der Erde zu garantieren, die voraussichtlich bis 2050 auf 9 Milliarden Menschen ansteigen wird. Viele Regierungen begegneten den Gefahren der Pestizide für Erde und Gewässer, Menschen und Tiere leider im Laufe der Jahre mit einem Verhalten, das von totaler Apathie bis zu offenkundiger Leugnung reichte.

In der Zwischenzeit wurden viele Ängste über die Gefahren, die Pestizide für eine saubere Umwelt und die Gesundheit von Menschen und Tieren darstellen, durch eine Vielzahl von Belegen bestätigt. Die Front gegen den Einsatz von Pestiziden wird immer stärker.

Die Europäische Kommission führt Untersuchungen und Audits durch, um die Regeln und Vorschriften der EU über den Einsatz von Pestiziden zu verstärken. Dadurch sollen die Verbraucher in Europa geschützt und Lebensmittelsicherheit gewährleistet werden. Allerdings räumt die zuständige Generaldirektion ein, dass sie die Wirksamkeit der Kontrollen nicht garantieren kann. Wir müssen durch entschiedenes Handeln sicherstellen, dass wirksame Richtlinien für den Einsatz von Pestiziden umgesetzt und befolgt werden. Nur so können wir weiteren Schaden von der Umwelt abwenden und die Gefahren für die Gesundheit von Menschen und Tieren eindämmen.

Slow Food setzt sich gemeinsam mit vielen anderen Organisationen für eine pestizidfreie Landwirtschaft ein, die den Wert der Lebensmittel und die Würde der Hersteller ins Zentrum stellt. Dieser Ansatz verbindet die Prinzipien von Agroökologie und Umweltschutz mit sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Aspekten. Eine drastische Reduzierung der Verwendung von Pestiziden ist machbar! 

Lesen Sie das Positionspapier von Slow Food zum Thema Agroökologie

Erfahren Sie mehr über die Position von Slow Food zu Pestiziden

 

 

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