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Ferdinando Soardi

Fischer am See

Italy | Lombardia | Monte isola, Lago di Iseo, Brescia

Ferdinando hat den Beruf von seinem Großvater und seinem Urgroßvater gelernt und ist seit siebenundzwanzig Jahren Fischer auf dem Iseo-See.


"Ich bin ein leidenschaftlicher Fischer, es macht mir Spaß! Ich liebe die Überraschung - man weiß nie genau, was man im Netz findet, vielleicht entdecke ich etwas, was ich noch nie gesehen habe."

Seit er 5 oder 6 war, fuhr Ferdinando immer mit dem Großvater und dem Urgroßvater zum Fischen hinaus. Bis zum Alter von 18 Jahren half er ihnen jeden Sommer. Er machte eine kaufmännische Lehre, entschied sich aber dann für das Meer. 1984 kehrte er an den Iseo-See zurück und blieb.

Am liebsten fischt er in der Seemitte: Die Netze werden mitten auf dem See ausgebracht, mit zwei Bojen markiert, und die Strömung bewegt sie. Diese Methode wird zum Beispiel für Forellen und Sardinen verwendet. "Um dagegen Flussbarsch und Schleie zu fischen, muss man die Netze in 30-40 m Tiefe ausbringen", fügt er hinzu.

"Die Region versucht, die Fischerei auf dem See zu reglementieren. Wir haben zum Beispiel einen Tag in der Woche Fischereiverbot. Damit wird vermieden, dass die Fischerei zu invasiv ist, und die Gewässer haben Zeit, sich zu erholen". Die Region kümmert sich auch um Arten, die sich auf natürliche Weise nicht mehr vermehren können, wie Hecht und Coregonus (Felchen). Diese Arten finden in ihrem Lebensraum nicht mehr die idealen Bedingungen zum Laichen und für das Wachstum der Fischbrut. Coregonen zum Beispiel legen ihre Eier am Ufer im niedrigen Wasser ab, aber in letzter Zeit finden die Eier nicht mehr die richtige Situation, um sich zu öffnen. Für diese Arten werden von der Provinz Inkubatoren verwendet. Wenn sie schlüpfen, werden sie im Wasser ausgesetzt, und dann überlässt man sie der Obhut des Sees.

"Der Fischer versucht, das Meer zu respektieren, weil er weiß, dass der Fisch ihn ernährt. Wer die größten Schäden im See hervorruft, sind die Amateure und Sportangler, die so fischen, wie man es nicht tun sollte. Sie benutzen Senknetze, sie fischen nachts..."

Ferdinando verkauft seinen Fang an Restaurants, "die immer besondere Nachfrage haben. Ich brauche drei oder vier Stunden, um zu fischen, um dann 5 oder 6, um den Fisch zu putzen und nach den Wünschen von jedem Restaurant vorzubereiten". Er selbst hat ein Fischrestaurant, das seine Tochter zusammen mit seiner Frau führt. Es heißt La Locanda del Lago.

In der Regel fährt Ferdinando allein zum Fischen hinaus. Früher musste man zu zweit sein, aber heute ist das nicht mehr nötig. Dank der neuen Ausrüstungen schafft man die Arbeit auch allein. "Ich erinnere mich an die Zeit meines Großvaters, als man sehr schwere Ringnetze verwendete. Sie wurden 1956 verboten, weil sie nicht selektiv waren und alles fingen, sie waren zu invasiv. Damals gab es viele Genossenschaften am See, jetzt nur noch eine."

Ferdinando wollte nicht, dass sein Sohn seinen Beruf ergreift: "Das ist harte Arbeit", sagt er. Er hat ihn studieren lassen, und dann hat sein Sohn einen anderen Weg eingeschlagen: Er verkauft den Fisch, den sein Vater fängt.

Aber Ferdinando ist sicher, dass der Fischerberuf nicht ausstirbt: "Auf der Insel gibt es vier junge Leute, die wieder in den Beruf eingestiegen sind, das ist ein guter Anfang. Vor fünfzig Jahren gab es 200 Fischer an diesem See, heute sind noch 30 geblieben. Wenn es uns nicht mehr gelingt, die Nachfrage zu befriedigen, werden andere zurückkehren."

"Ich erinnere mich an einen Satz von meinem Großvater, wenn ich mit ihm zum Fischen hinausfuhr. ‚Siehst du da hinten die große Fabrik? Sie gibt vielleicht 2000 Familien Arbeit. Der See aber ernährt alle Menschen, die um ihn herum wohnen.'"

 

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