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Tropische Garnelen


Wissenschaftliche Namen

 

Penaeus megalops, P. braziliensis, P. vannamei, P. stefirus, P. aztecus, P. duorarum, P. monodon, P. esculentes, P. semisculatus, P. chinensis

 

Handelsbezeichnungen

 

Black Tiger Shrimp, Tiger Prawn, Riesen-, Jumbogarnele, King Prawn oder Gamba, White Shrimp, Ebi (für Sushi).

Garnelen können nach ihrem Lebensraum in drei Hauptkategorien eingeteilt werden: Eismeergarnelen, tropische/Pazifikgarnelen und Süßwassergarnelen.

Obwohl es verschiedene Garnelenfamilien gibt, werden die englischen Begriffe Prawn und Shrimp häufig gleichbedeutend verwendet. In den USA ist Shrimp der allgemeine Name für alle Garnelenarten.

 

Probleme von Wildgarnelen 

 

Bestand

 

Die meisten Garnelen im Handel stammen aus den Tropen. Alle Garnelen haben ein kurzes Leben und ein rasches Wachstum. Sie sind sehr fruchtbar und vermehren sich schon klein, daher gelten sie als resistent gegen Überfischung. Allerdings unterliegen sie überall, wo sie vorkommen, dem intensiven Fang. Obwohl viele Bestände noch keine klaren Zeichen von Überfischung zeigen, sind sie ihrem maximalen nachhaltigen Ertrag nahe. Sicher ist, dass die Fangtechniken eine erhebliche Gefahr für die Umwelt darstellen.

 

Fangmethoden

 

Die meisten tropischen Garnelen werden mit Schleppnetzfischerei in pelagischen Gewässern oder auf dem Meeresgrund gefangen, eine Methode, die erheblichen Beifang verursacht. Das Schleppnetz reißt alles mit, was es auf seinem Weg findet. Ob Fische, Haie, Meeresschildkröten, ob bedroht oder vor dem Aussterben, Jungtiere oder jegliche andere Form von Leben im Meer: Was an Bord gehievt wird, wird tot oder im Todeskampf wieder ins Meer geworfen.

 

Die Garnelen-Schleppnetzfischerei hat die höchste Beifangrate von allen kommerziellen Techniken. Einige Fischer haben Maßnahmen eingeführt, um sie zu verringern, zum Beispiel mit Systemen, durch die Meeresschildkröten aus den Netzen entkommen können. Allerdings gibt es keine besondere Etikettierung, die es dem Verbraucher ermöglicht, diese Produkte beim Kauf zu unterscheiden. Schleppnetzfischerei kann auch dramatische Auswirkungen auf die Meeresumwelt haben. Tropische Garnelen leben oft in Lebensräumen, die durch die schweren Schleppnetze sofort und oft unwiderruflich beschädigt werden, zum Beispiel Korallenriffe.

 

Probleme von Zuchtgarnelen

 

Der Garnelenmarkt steigt weiter an und zunehmend sind Zuchtgarnelen im Handel zu finden.

 

Folgen für die Umwelt 

 

Eins der größten Probleme der Garnelenzucht ist die Zerstörung großer Teile der Mangrovenwälder an den tropischen Küsten, um Platz für die Aquakulturanlagen zu schaffen. Mangroven sind nicht nur die Wiege einer äußerst reichen Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen, sondern auch ein Bollwerk gegen Bodenerosion und eine Art Pufferzone, die das Küstengebiet vor Stürmen und Seebeben schützt. Außerdem hat das Verschwinden der Mangroven katastrophale Folgen für die handwerkliche Fischerei, die Nahrungs- und Einkommensquelle für zahlreiche lokale Gemeinschaften. Das Salzwasser aus den Zuchtbecken kann die Versalzung von Ackerland verursachen, die produktive Gebiete in Wüsten verwandelt, während die Salzkontamination des Grundwassers zum Wassermangel für die häusliche oder landwirtschaftliche Nutzung führt. Die Garnelenzucht braucht riesige Futtermengen und führt zu einer ebenso erheblichen Verschmutzung der Küstengewässer durch den Abfall: nicht gefressenes Futter, Exkremente, Plankton, gelöste Substanzen (Ammoniak, Harnstoff, Kohlendioxid und Phosphor), Antibiotika und andere chemische Verbindungen wie Desinfektionsmittel, Produkte für die Boden- und Wasseroptimierung, Pestizide und Düngemittel. Antibiotika und andere Chemikalien können auch für die wilde Fauna und Flora in der Umgebung giftig sein. Die Einführung exotischer Arten hat zudem negative Folgen für die genetische Vielfalt und das Ökosystem der ursprünglichen Fauna. Die Umweltfolgen sind von Zucht zu Zucht und von Land zu Land sehr verschieden, die Zertifizierung ist noch nicht gut entwickelt und eine komplexe Handelskette trennt den Zuchtort vom Tisch des Verbrauchers: Es ist daher schwer, die Herkunft der Garnelen beim Kauf klar nachzuvollziehen und zu erfahren, in welchen Bedingungen sie gezüchtet wurden.

 

Sozioökonomische Folgen 

 

Die Verbreitung der Garnelenzucht und die Verringerung der Mangrovenwälder und der Küsten-Ökosysteme gefährden die Ernährungssicherheit und die Kultur von Millionen Menschen, denn sie zerstören ihre Einkommensquellen. Viele traditionelle Subsistenzwirtschaften sind in Gefahr, weil die Zuchtanlagen oft öffentliches Gelände und schiffbare Wege „privatisieren“ und die lokalen Fischereitätigkeiten bedrohen, indem sie die Lebensräume verwüsten und die Zugangsmöglichkeiten zu den Gewässern einschränken. Hunderttausende Einwohner der Küstengebiete sind umgezogen, oft auch nach der Zwangsbeschlagnahmung ihrer Böden. In vielen Ländern wurden Konflikte mit Drohungen, Einschüchterungen und in einigen Fällen sogar mit dem Mord an Gegnern der Aquakultur „gelöst“.

 

Gesundheit

 

In vielen kommerziellen Zuchtsystemen ist die Garnelendichte in den Becken sehr hoch, daher werden große Mengen an Pestiziden, Antibiotika und anderen Chemikalien eingesetzt, um Krankheiten zu vermeiden und die Gewinne zu maximieren. Die Schadstoffe stellen Probleme dar, denn sie überdauern, sind toxisch, führen zur Resistenz und wirken sich potentiell auch auf die Gesundheit der Züchter und Verbraucher aus.

 

Empfehlungen und Alternativen

 

Vermeidung

 

Essen Sie keine tropischen Garnelen, weder wilde noch gezüchtete (ausgenommen solche aus biologischer Zucht).

 

Alternative Lösungen 

 

Es lohnt sich, Wildgarnelen nach ihrer Fangart auszuwählen. Die Amerikaner können Eismeerkrustentiere kaufen, die im Nordosten der Antarktis, Oregon oder in British-Kolumbien gefangen wurden. Lokale und zertifizierte Garnelen sind immer eine optimale Alternative. Eine andere Option sind biologische Garnelen (Zucht): Diese Zertifizierung ist allerdings in der Regel keine Garantie dafür, dass die sozialen Aspekte korrekt berücksichtigt wurden. Suchen Sie daher biologische (gezüchtete) Garnelen aus dem fairen Handel.

Auch wenn Garnelen nachhaltig gefangen oder gezüchtet werden (was aber dennoch selten ist), werden sie in der Regel dort verarbeitet, wo die Arbeitskraft billiger ist, um dann an Restaurants und Verbraucher in aller Welt geschickt zu werden: ein System, das einen enormen ökologischen Fußabdruck hinterlässt.

Versuchen Sie daher, Garnelen nur zu besonderen Gelegenheiten zu essen.

 

Quellen 

 

FAO

Monterey Bay Aquarium 

Environmental Justice Foundation

 


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  Tropische Garnelen  
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