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Slow Fish - Good, Clean and Fair Fish
 
 

Mali


Bori-Bori

(traditionelles Rezept für afrikanischen Raubwels von den Bozo)

 

Das Slow Food Convivium Akadi in Mali schlägt ein traditionelles Rezept der Volksgruppe Bozo vor, das aus dem Dorf Sormè zu uns kommt. Die Bozo sind ein Stamm in Westafrika, der hauptsächlich in Mali am Fluss Niger und dem Zufluss Bani lebt. Er hat sehr alte Wurzeln, die vielleicht sogar bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Die Bozo sind vor allem ein Fischervolk, sie verbringen einen großen Teil des Tages auf den Pirogen. Ihr Totemtier ist der Stier: Sein Körper stellt den Fluss, seine Hörner die Pirogen dar. Die Bozo sind mit dem Volksstamm der Dogon verbunden. Dogon und Bozo provozieren sich gegenseitig, schulden sich aber Hilfe. Sie heiraten nie untereinander.

 

Kleine Sage aus Mali

 

Sormè ist ein Dorf in der Region Mopti in Mali.  Katio Ganè Tiawo war der erste Bozo-Bewohner in Sormè, der als Fischer tätig war. Dank der übernatürlichen Kräfte, die er von seinen Eltern ererbt hatte, knüpfte er enge Beziehungen zu den Dämonen der Flüsse, die vom Dorf Coundou Badjé bis nach Sormè fließen. Durch dieses Bündnis mit den Wassergeistern wurde er sehr mächtig, so dass er den Beinamen Tiawo erhielt – das bedeutet Flusspferd. Er nahm alle Bozo-Fischer in der Umgebung für sich ein und wurde schließlich zum Meister des Wassers. Ohne Tiawos Zustimmung konnte nichts gefischt werden.  Man musste zuerst schwören und sich verpflichten, dass ein Teil des Fangs für den Meister des Wassers und seine Nachkommen bestimmt würde. Bis in die heutigen Tage halten alle Bozo-Fischer im Gebiet von Coundou Badjé bis Sormè den Schwur ein, den ihre Vorfahren vor Tiawo geleistet haben, andernfalls würde der Fischer mit einem Fluch belastet (früher Tod, erfolgloser Fang, Krankheit usw.).

 

1. Der Fisch

 

Gebräuchlicher Name: Afrikanischer Raubwels (Clarias gariepinus)

 

Lokaler Name: Manogo (in Bambara)

 

Herkunft und Merkmale: Süßwasserfisch, Allesfresser, stammt aus dem Nil und dem Fluss Niger, wurde in fast ganz Afrika (mit Ausnahme des Maghreb) und andere Regionen der Welt eingeführt (Asien, Europa und Mittlerer Orient). Der Raubwels ist ein fleischiger Fisch, der über einen Meter Länge erreichen kann und in Westafrika in großen Mengen gefangen und gegessen wird. Er reproduziert sich von Juni bis Dezember in der Regenzeit in den überschwemmten Flussdeltas. Man sollte ihn weder fangen noch kaufen, wenn er nicht mindestens sechzig Zentimeter Länge erreicht hat. Wenn er geräuchert wird, nennt man ihn in Mali Tiécouroulien, wörtlich “gebeugter Mann”, wegen seines Aussehens. Die Vorfahren sagten, dass jeder, der Raubwels ungeräuchert isst, regelmäßig frische Milch trinkt und bei Mondschein schläft, an Lepra erkranken würde. So erklärt sich, dass die Fulbe und die Sonrhay (angesichts ihrer Lebensstile) keinen Raubwels verzehrten. Noch heute lieben diese Volksstämme diesen Fisch nicht. Traditionell fangen die Frauen und Kinder die Raubwelse gegen Ende der Regenzeit, wenn die Flüsse immer weniger Wasser führen (im Oktober).

 

2. Das Rezept

 

Zutaten:

 

- 350 g Hirsemehl

- 700 g frischer Raubwels (oder ein anderer fleischiger Süßwasserfisch)

- 1 Teelöffel Soumbala-Pulver (ein sehr intensiv duftendes Gewürz aus Westafrika; es wird traditionell aus den Samen des Neré-Baums, eines Hülsenfrüchtlers, hergestellt)

- 1 Teelöffel getrocknete, gehackte Chilischote

- Salz nach Geschmack

- 8 oder 10 Esslöffel Wasser für die Bällchen

- ½ Liter Wasser für die Zubereitung

 

Zubereitung:  

- ½ Liter Wasser in einen Topf gießen und auf die Flamme stellen

- Einen halben Teelöffel Bicarbonat in einem Viertel Liter Wasser auflösen und den Fisch darin säubern, um das klebrige Aussehen zu beseitigen.

- Mehrfach abspülen und in mittelgroße Stücke schneiden.

- Den sauberen Fisch zusammen mit den Gewürzen in das kochende Wasser geben.

- 15 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen.

- Das Mehl in einen Kürbis oder eine Schüssel geben, nach und nach das Wasser angießen, zu einem Teig vermischen und daraus Bällchen formen.

- Die Sauce mit Salz abschmecken.

- Umrühren und die Bällchen hinzugeben.

- Bei kleiner Flamme 15-20 Minuten sieden lassen.

- Prüfen, dass die Bällchen gar sind.

- Servieren.

 

HINWEIS: Das Garwasser darf nicht vollständig verkochen, denn das Gericht wird mit etwas Sauce serviert, ohne dass der Fisch dabei zerfällt.

 

Dieses Rezept kann auch mit anderen Arten von fleischigem Fisch zubereitet werden.


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