Slow Food
   

Cheese! Die Formen der Milch in Bra vom 16. bis 19. September


Italy - 18 Jul 11

Vom 16. bis 19. September findet im piemontesischen Bra zum achten Mal die Cheese statt, die internationale Messe, welche alle zwei Jahre von der Stadt Bra und Slow Food organisiert wird. Die Veranstaltung, den Formen der Milch gewidmet, hat ein internationales Netzwerk von Käsern und handwerklichen Erzeugern begründet. Alle zwei Jahre kommen diese hier zusammen, um Produkte vorzustellen, die Koproduzenten zu treffen, über alte und neue Herausforderungen ihres Berufes zu diskutieren und sich über Gesetze und Marktperspektiven auszutauschen. Die Cheese 2011 illustriert und unterstreicht die Komplexität der Milch- und Käseprodukte – an Wissen, Ansprüchen, Problemen und Ressourcen. Ein ganz besonderes Augenmerk wird auf drei Pfeiler der Exzellenz im Käsereibereich geworfen: Milchsorten, Berufe und Regionen. Diese drei Themen – im Plural dekliniert – finden bei der Cheese konkrete Beispiele in Produkten und deren Erzeugern, die ihre Geschichten dem großen Publikum erzählen. Milchsorten. Denn Milch ist nicht gleich Milch. Sie kann von der Kuh, vom Schaf, von der Ziege stammen (sogar vom Yak, man denke an das Slow Food Presidio), und jede dieser Tierarten umfasst eine reiche Vielfalt an Rassen, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Diese Tiere sind häufig nicht für die Lebensbedingungen in der industriellen Zucht geeignet. Ihre Milch produziert geschmacklich und kulturell einzigartige Käsesorten, ein Ergebnis der Weiden und Viehzuchtpraktiken, die wahrhaft schützenswerte Ressourcen sind. Vor allem aber ist die Rohmilch eine Garantie für großes geschmackliches Potential und Bindung an die Region. Slow Food hat schon von der ersten Veranstaltung an auf internationaler Ebene für die Anerkennung der Qualität von Rohmilchkäse gekämpft. Berufe. Hirten sind die Hüter der ländlichen und der Gebirgsumwelt. Weidenutzung bewahrt Gebiete vor dem Verlassen und dem Verfall, und kann so Erdrutschphänomenen vorbeugen. Aber es gibt nicht nur den Beruf des Hirten. Häufig, aber nicht immer stimmt dieser mit dem des Käsers überein. Käseerzeuger sind Bewahrer von jahrhundertealtem empirischem Wissen, das über die mündliche Kultur der Völker erweitert und überliefert wurde. Dann gibt es die Affineure, die den Erzeugern ein Einkommen garantieren und den Käse so lagern, dass er sich im Laufe der Zeit in Geschmack und Aroma verbessert. Durch ihre Arbeit gewinnt das Produkt in der Gastronomie und den renommierten Geschäften an weiterem Wert. Und dies sind nur einige Berufe... Diesen Menschen will die Cheese die richtige Anerkennung zukommen lassen, und stellt sie daher in den Mittelpunkt. Regionen. Almen, Transhumanz, ländliche Gebiete: Sie bergen Potential für die nachhaltige Entwicklung über die Einführung und den Aufbau von lokalen Mikro-Ökonomien, die sich auf Qualität und Umweltschutz stützen und junge Bewohner in Randgebieten halten können. Ein lokales Produkt in einem Gebiet aufzuwerten bedeutet, Arbeitschancen und gesellschaftliches Leben für die Gemeinschaften zu schaffen. Der Schwerpunkt der Cheese 2011 ist Frankreich, das seit jeher die Rohmilchproduktionen schützt und damit die Arbeit der Käser und Affineure valorisiert. Auch die regionalen Unterschiede werden in Frankreich positiv wahrgenommen. Die Cheese findet in der Altstadt des piemontesischen Städtchens Bra statt, in der die internationale Slow-Food-Bewegung entstanden ist und ihren Vereinssitz hat. Zur Cheese kommen rund 200 Aussteller, die ihre Produkte an den Ständen zum Probieren und zum Kauf anbieten. Ein weiterer Bereich, in dem man das Thema genauer kennen lernen kann, ist der Große Käsesaal, wo 150 Käsesorten aus aller Welt und 700 Weine zur Verkostung stehen. Für die Geschmackserlebnisse und andere Veranstaltungen besuchen Sie die Website http://cheese.slowfood.it/. Oben links können Sie die Version in Ihrer Sprache einstellen.