Slow Food
   

Carlo Petrini nimmt an der Konferenz zur Auswertung der öffentlichen Debatte über die GAP in Brüssel teil


Italy - 15 Jul 10

Am 19. und 20. Juli 2010 nimmt Carlo Petrini, der internationale Präsident von Slow Food, an der Konferenz zur Auswertung der öffentlichen Debatte \"GAP nach 2013\" teil, die in Brüssel vom EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Dacian Ciolos einberufen wurde. Petrini hat dabei den Vorsitz von einer der parallelen Sitzungen, die in Form von Diskussionsworkshops organisiert wurden, mit dem Titel «Die zukünftige Rolle der GAP für die Förderung von Qualität und Vielfalt des Lebensmittelangebots». Dies ist eine bedeutende Anerkennung der Rolle und der Arbeit, die Slow Food in Italien, in Europa und weltweit vertritt, und es ist ein positives Zeichen der Aufmerksamkeit für die Werte, die der Verein sich auf die Fahnen geschrieben hat: Schutz der kleinen handwerklichen Agrar- und Lebensmittelproduktionen, der biologischen Vielfalt in Tier- und Pflanzenwelt, Erhaltung der ländlichen Lebensräume, Aufwertung der Rolle der Landwirtschaft als potentielle Triebkraft der Wirtschaft. Einen entscheidenden Stellenwert in der theoretischen und politischen Entwicklung des von Petrini gegründeten Vereins kommt sicher auch Terra Madre zu, dem Netzwerk der Bauern, Fischer, Köche und Wissenschaftler, das sich in 153 Ländern der Welt dafür einsetzt, Arbeitsweisen der lokalen, traditionellen, nachhaltigen Produktion unter Wahrung der kulturellen und Umweltunterschiede zu verstärken und zu fördern. Der Verein Slow Food, der Terra Madre fördert und alle zwei Jahre in Turin das Welttreffen des Netzwerks organisiert (21.-25. Oktober 2010), hat zu der Online-Debatte mit einem Dokument beigetragen, das man auf der entsprechenden Webseite der EU unter folgendem Link lesen kann: http://ec.europa.eu/agriculture/cap-post-2013/debate/contributions/index_en.htm (Stakeholders). Kurz gesagt, «braucht man einen Übergang von einer Gesamtheit politischer Instrumente, die auf die Landwirtschaft einwirken, zu einer Politik der Lebensmittel, die sich auf die Bindungen zwischen Wirtschaft, Region und Menschen stützt, denn diese Bindungen sind wesentlich für die Entwicklung. Die Landwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle für viele Bereiche, oder kann sie jedenfalls spielen: von der Gesundheit zum Klimawandel, vom Recht zur Wirtschaft, von der Erziehung zum Schutz der biologischen Vielfalt. Was aber zählt, ist die Fähigkeit, kohärente und miteinander verknüpfte politische Maßnahmen in verschiedenen Gebieten zu schaffen. Diese Herausforderung muss die bereits bestehende ergänzen, eine unter den Mitgliedstaaten verbundene – und verbindende – Politik zu schaffen».