Slow Food
   

Terra Madre


Italy - 07 Jul 10

Zum vierten Mal wird in diesem Jahr das Welttreffen der Lebensmittelbündnisse Terra Madre in Turin (Italien) stattfinden, vom 21. bis 25. Oktober auf dem Messegelände Lingotto, Seite an Seite mit dem Internationalen Salone del Gusto. Terra Madre, 2004 von dem Slow Food Verein ins Leben gerufen, ist ein Netzwerk von Personen, die überall in der Welt unser Essen anbauen, verarbeiten, verkaufen oder kochen und sich der Stärkung von lokalen, traditionellen, nachhaltigen Produktionsmodellen verschrieben haben. Terra Madre bedeutet auch eine andere und komplexere Art, Qualität von Lebensmitteln zu verstehen, und Rücksicht zu nehmen auf natürliche Ressourcen, auf die organoleptischen Eigenschaften von Lebensmitteln, auf die Würde der Arbeiter und die Gesundheit der Konsumenten. Terra Madre wird realisiert vom italienischen Ministerium für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft, der Entwicklungshilfe des italienischen Außenministeriums, der Region Piemont, der Stadt Turin und Slow Food, in Zusammenarbeit mit der Fondazione CRT, Compagnia di San Paolo, Associazione delle Fondazione delle Casse di Risparmio Piemontesi und Coldiretti Piemonte. Neu in 2010 Im Mittelpunkt steht dieses Jahr die linguistische und kulturelle Vielfalt, und so der Schutz von Kulturgemeinschaften und von alteingesessenen Sprachen, und die Anerkennung des Wertes der mündlichen Überlieferung und der Erinnerung. Die Protagonisten am Eröffnungstag werden die Delegierten von einigen der weltweit bedeutendsten eingeborenen Gemeinschaften sein, und die Ansprachen der Eröffnungszeremonie werden in ihren eigenen Sprachen gehalten werden. Die Arbeit während der Konferenz sind der Vertiefung von äußerst relevanten Themen für die Zukunft unseres Planeten gewidmet, wie der biologischen Vielfalt, erneuerbaren Energien, traditionellem Wissen usw. Anlässlich der Abschlusszeremonie wird dann ein programmatisches Dokument vorgestellt werden, das die Vorschläge des Netzwerkes von Terra Madre für eine nachhaltige Zukunft zusammenfasst. Terra Madre findet seine Lebensquelle in den regionalen Treffen, die auf nationaler Ebene zwischen den lokalen Lebensmittelbündnissen organisiert werden, wie es zum Beispiel in Argentinien, Weißrussland, Brasilien, Äthiopien, Irland und den Niederlanden geschehen ist. Die Bündnisse, im Bewusstsein dass man ein gemeinsames Schicksal teilt, sind außerdem stets zu Initiativen gegenseitiger Solidarität bereit denen gegenüber, die sich in Schwierigkeiten befinden, wie zum Beispiel nach dem Hurricane Katrina oder der vor kurzem enstandenen Verwüstung der Robinson Crusoe Insel in Chile durch einen Tsunami. Am 10. Dezember 2009 ist zusammen mit dem 20jährigen Jubiläum von Slow Food zum ersten Mal auch der Terra Madre Day gefeiert worden, ein kollektives Ereignis von globaler Größenordnung das lokale Lebensmittel von Qualität feiert, und im Zuge dessen mehr als 1000 Initiativen realisiert worden sind: 600 in Europa, 120 in Nord- und Zentralamerika, 105 in Südamerika, 92 in Afrika, 66 in Asien und dem Mittleren Orient und 21 in Ozeanien. Terra Madre 2008 in Zahlen In 2008 hat Terra Madre in Turin zusammengeführt: 1650 Lebensmittelbündnisse von allen fünf Kontinenten 4000 Bauern, Tierzüchter, Fischer und Lebensmittelhandwerker 153 Herkunftsländer 800 Köche 300 Dozenten und Repräsentanten von Universitäten 1000 Studenten 210 Musiker Terra Madre führt einen neuen Protagonisten in das Feld der Lebensmittelproduktion ein: das Lebensmittelbündnis. Seit 2004 kommen diese Lebensmittelbündnisse alle zwei Jahre in Turin zusammen. Die Zukunft der Landwirtschaft und der Lebensmittel ist in den Händen von vielen Personen mit unterschiedlichen aber miteinander verbundenen Kompetenzen: Köche, Bauern, Fischer, Sammler von Wildprodukten, Tierzüchter, Wissenschaftler... Das althergebrachte Wissen der Produzenten gesellt sich zu den Tätigkeiten der Köche, die mit ihrer Kreativität dazu beitragen, die Produkte und somit auch die Region ihrer Herkunft aufzuwerten. Dazu kommen die offiziellen Wissenschaften mit einem großen internationalen Aufgebot an Forschern und Akademikern, die sich dem konstruktiven Dialog mit den Lebensmittelbündnissen widmen und so eine Auseinandersetzung mit dem traditionellem Wissen etablieren, in gegenseitiger Anerkennung von Werten und Funktionen. Viermal Terra Madre Terra Madre 2004 war der Moment, an dem die Lebensmittelbündnisse der Welt vorgestellt wurden, und an dem die Bündnisse selber sich ihres Potenzials bewusst geworden sind. Terra Madre 2006 drehte sich um das Schlüsselkonzept der Beziehung zwischen der ländlichen und der akademischen Welt, die einberufen wurde, um effiziente Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Tage zu finden. 2008 stand unter dem Zeichen der Jugend mit der Gründung des Youth Food Movement: die Bedeutung der nächsten Generationen für die Zukunft der Lebensmittelproduktion.