Slow Food
   

Drängende Themen unseres Lebensmittelsystems im Zentrum des Salone del Gusto und Terra Madre 2014


17 Jul 14

Im Mittelpunkt eines jeden Salone del Gusto stehen eine Reihe lebensmittelbezogene Schlüsselthemen, die besonders im Hinblick auf die ökologischen, landwirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Herausforderungen immer dringlicher werden und Folgen des Klimawandels, wachsender Bevölkerungszahlen und des Welthungers sind. Durch ein umfangreiches Konferenzprogramm und der Teilnahme von internationalen Delegierten und Lebensmittelerzeugern, zielt der Salone del Gusto darauf ab dem internationalen Publikum die Mängel unseres aktuellen Lebensmittelsystems aufzudecken, in der Hoffnung einen Paradigmenwechsel durch informiertes Denken und Handeln von immer mehr Menschen herbeizuführen. Eine der Konferenzen wird beispielsweise die Beziehung zwischen der Lebensmittelproduktion, familienbetriebener Landwirtschaft und dem Klimawandel beleuchten (23. Oktober), während eine andere die vorherrschenden Mechanismen der Überproduktion und der Lebensmittelverschwendung aufzeigt, welche Bestandteil unseres Lebensmittelsystems sind, und dabei die dramatisch großen Ausmaße unserer täglichen Verschwendung hervorhebt (Unser täglich Müll - Our Daily Waste, 23. Oktober).

Slow Food setzt sich zunehmend für nachhaltige Fleischproduktion und artgerechte Tierhaltung ein, besonders als Reaktion auf die weltweit immer intensiver betriebene Tierhaltung, welche den Tierschutz von Milliarden von Tieren, die für Fleisch, Milch und Eier jedes Jahr vom Menschen gehalten werden, beeinträchtigt. Slow Food glaubt, dass die Art und Weise, wie Fleisch im aktuellen System erzeugt und verbraucht wird, nicht nachhaltig ist und nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt, die menschliche Gesundheit, die handwerklichen Erzeuger und den Tierschutz hat. Zwei Konferenzen werden daher auf nachhaltige Alternativen in der Fleischproduktion sowie die Bedeutung der Einhaltung des Tierschutzes eingehen (Artgerechte Tierhaltung: Der Genuss am Respekt - Animal Welfare: The Pleasure of Respecting Rights, (23.Oktober) und Nachhaltige Tierhaltung - Sustainable Animal Farming (27. Oktober)Des Weiteren wird das Geschmackserlebnis Glückliche Schweine - Happy Pigs (26. Oktober), organisiert von spanischen, französischen und ungarischen Erzeugern, zeigen, wie die Freilandhaltung nicht nur zur besseren Fleischqualität beiträgt, sondern dem Leben der Tiere darüber hinaus mehr Würde verleiht.

Ein weiteres Thema auf der Veranstaltung ist das Land Grabbing, welches den groß angelegten Erwerb von Agrarland für kommerzielle Zwecke der Lebensmittelerzeugung oder Biokraftstoffproduktion beschreibt. Alternativ können Investoren auch Land als reine Spekulation auf schwankende Land- und Lebensmittelpreise erwerben. Besorgniserregend ist dabei, dass das Interesse von Investoren und Regierungen auf mehr als 60 Staaten gerichtet ist. Konferenzteilnehmer werden dieses Problem während der Konferenz Land Grabbing und Ocean Grabbing: Finger weg von Land und Wasser! - Land Grabbing and Ocean Grabbing: Hands Off Our Land and Water! (am 26. Oktober) ansprechen und Terra Madre Delegierte und Erzeuger von Presidi Produkten über ihre Erfahrungen berichten. Leonardo Durán Olguin, Koordinator unseres Presidio Honig von nativen Bienen (Sierra Norte de Puebla, Mexiko), welches direkt vom Land Grabbing betroffen ist, wird während der Konferenz über seinen Fall berichten.

Zum ersten Mal wird am Salone del Gusto und Terra Madre den indigenen Völkern Raum gegeben, im Indigenous Room. Indigene Völker sind beispielhafte Verteidiger der biologischen Vielfalt, alten Wissens, Bräuchen und Kulturen. Aber auch sie sind von Phänomenen wie Land Grabbing, Ausbeutung, der Verdrängung von Dörfern und Gemeinschaften und der Abwanderung der jungen Generationen in die Städte betroffen. Daher arbeitet Slow Food eng mit ihnen zusammen, um diese Probleme anzugehen und unterstützt sie darin ihre Esskultur und ihr kulturelles Erbe zu erhalten. Der Raum, der den indigenen Völkern gewidmet ist, wird ein vielfältiges Programm aus Seminaren und Workshops anbieten, in denen Vertreter des Indigenous Terra Madre Netzwerks über ihre Erfahrungen bezüglich Land, Lebensmittelerzeugung, Ernährungssouveränität, Geschlechterrollen, Klimawandel, Wohlstand und Glück reden werden. Die offizielle Konferenz zu indigenen Fragen Indigene Völker und ihr Wissen - Indigenous Peoples and Their Local Knowledge(am 25. Oktober) wird eine gute Möglichkeit für nicht-indigene Besucher sein, um eine neue Perspektive zu Fragen der indigenen Völker weltweit zu gewinnen.

Zur Akkreditierung für den SDG/TM 2014 besuchen Sie bitte folgende Webseite: http://www.salonedelgusto.com/press/pre-accreditation/

Hier finden Sie das komplette Programm zu den Konferenzen: http://www.salonedelgusto.com/events/conferences/

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Slow Food Paola Nano, +39 329 8321285 p.nano@slowfood.it Sharon Aknin, +39 3274737220 s.aknin@slowfood.it

c/o Regione Piemonte: Tel. +39 011 4322549 donatella.actis@regione.piemonte.it

c/o Comune di Torino: Tel. +39 011 4423605 gianni.ferrero@comune.torino.it

Organisiert von Slow Food, der Region Piemont und der Stadt Turin, in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft, wird das internationale Event Salone del Gusto in diesem Jahr zum zehnten Mal in Turin, Italien, stattfinden. Der Salone del Gusto, welcher der Welt der Lebensmittel gewidmet ist, wird dieses Jahr erneut mit dem internationalen Treffen von Terra Madre, dem Netzwerk von handwerklichen Erzeugern aus der ganzen Welt, das seit 10 Jahren besteht, zusammen als ein großes Event organisiert. Der Salone del Gusto und Terra Madre 2014 werden vom 23. bis 27. Oktober im Messezentrum Lingotto Fiere in Turin stattfinden und über 1000 Aussteller aus 130 Ländern versammeln.