Slow Food
   

GVO-Kartoffel in der Nahrungskette? Nein danke!


Italy - 10 Oct 07

Die Offensive der GVO-Produzenten geht trotz der allarmierenden Gutachten der Umweltschützer und der wiederholten Proteste der Verbraucher weiter. Morgen soll sich die Europäische Kommission zu der Möglichkeit äußern, den Einsatz der GVO-Kartoffel, einer Erfindung von BASF, als Tierfutter zu genehmigen. In den Futtertrögen soll angeblich der oberirdisch wachsende Teil der Pflanze enden, während für die Knolle bereits im vergangenen Juli die Genehmigung für den zweckgebundenen Anbau für die Zelluloseproduktion erteilt wurde. Das Dossier, das von dem deutschen Konzern eingereicht wurde und auch den Antrag umfasst, die direkte Verwendung der Derivate in der Lebensmittelindustrie zu genehmigen, soll zur Zeit blockiert sein, da viele Wissenschaftler vor der Gefahr warnen, dass der menschliche Organismus resistent gegen die üblichen Antibiotika werden könne. Der morgen diskutierte Antrag stellt also eine Art trojanisches Pferd für die indirekte Einführung – über das Tierfutter – in die menschliche Nahrungskette dar. Carlo Petrini wurde jüngst bei seiner Reise nach Deutschland – einem Land, das der Einführung der Superkartoffel aus der Produktion des deutschen Chemieriesen positiv gegenüber steht – darauf angesprochen und erinnerte sich: «Als der versuchsweise Anbau der BASF-Kartoffel genehmigt wurde, bekamen wir auf unsere Proteste hin die Antwort, dass es sich um einen rein industriellen Anbau handeln würde, denn das Amylopektin, das die GV-Knolle verstärkt erzeugt, sei nur für die Papierherstellung bestimmt. Pünktlich jedoch bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen und wir sehen uns vor einer politischen Verwaltung der EU, die ihre Rolle als Vertreter der Instanzen der Zivilgesellschaft vollständig vergisst und sich statt dessen zum Zuspieler der Multinationalen macht». Der Präsident von Slow Food International fügte hinzu: «Wir fordern noch einmal mit Nachdruck, dass auf die Erklärungen zum Wert der typischen Produkte, zum Umweltschutz und zur Gesundheit der Verbraucher ein konsequentes und verantwortungsbewusstes Verhalten seitens der Europäischen Kommission folge».