Slow Food
   

Richtung Terra Madre


Italy - 03 Oct 08

Der Korridor Richtung Terra Madre, der das Messezentrum Lingotto mit dem Oval verbindet, ist nicht nur eine einfache Verbindungsstelle zwischen Salone del Gusto und Terra Madre, sondern ein wahrer Parcours, der zum Verweilen einlädt: Man kann hier die Produkte von den Märkten der Erde entdecken, seinen Rundgang mit einer der in Papier gewickelten Spezialitäten der Straßenküchen fortsetzen und dabei die Ausstellungsflächen der Provinz Turin und der Partner besichtigen, die an der Reduzierung der Umweltauswirkungen von beiden Veranstaltungen mitgearbeitet haben.

Straßenküchen
Hier findet man die ursprüngliche Version des Fast Food, die auch Slow Food gefällt, weil sie Ausdruck der kulturellen Unterschiede der Völker und ihrer jahrhundertealten Traditionen ist.
Aus Sizilien bringt die Focacceria S. Francesco (Palermo) Panino Ca’ meusa, Arancini und Cannoli; aus Ligurien kommt die Focaccia di Recco; das Slow Food Convivium Cesena stellt die traditionelle Piadina Romagnola, das aus Alberobello (Bari) seine berühmten Bombette (Fleischröllchen) und das aus Riviera del Brenta frittierte Calamari in der Tüte vor, ein klassischer venezianisches “Imbiss”. Das Terra Madre Bündnis der florentinischen Kuttelnverkäufer bietet das typisch toskanische Brötchen mit Lampredotto (Labmagen) an. Aber das ist noch nicht alles, das Universum der Straßenküchen geht über die italienischen Grenzen hinaus mit einem Sprung in den Orient: Aus dem irakischen Kurdistan kommen Falafel und Shoarma und aus China Fisch- und Fleischspieße.

Märkte der Erde
Das neue ehrgeizige Projekt von Slow Food, das gerade in diesem Jahr gestartet wurde, ist der Aufbau eines Netzwerks von lokalen Märkten, auf denen Erzeuger und handwerkliche Verarbeiter ihre Produkte direkt an den Verbraucher verkaufen. So werden in einem einzigen Kontext die Prinzipien „gut, sauber und fair“ realisiert. Die Verbraucher finden gesunde, sichere Lebensmittel und Getränke mit klarer Herkunft, können die Hersteller kennen lernen und von ihnen direkt Informationen zu den erworbenen Produkten erhalten; die Erzeuger dagegen übernehmen direkt die Verantwortung für das, was sie verkaufen, und können von den Eigenschaften ihrer Produkte und von ihrer Arbeit für die Qualität erzählen. Auf den Märkten der Erde sind die Preise fair, transparent und begründet: Sie belohnen die Mühe dessen, der arbeitet und die erforderlichen Rohstoffe aufwendet, um ein Qualitätsprodukt zu erreichen, mit dem Vorteil für die Käufer, dass keine Kosten durch den Zwischenhandel hinzukommen. Im Korridor Richtung Terra Madre hat man die einzigartige Chance, die Produkte und Bauern von diesen Märkten an einem Ort versammelt zu sehen.
Die folgenden Märkte der Erde sind bereits aktiv:
Bamako (Mali), Saida (Libanon), Tel Aviv (Israel), Montevarchi (Arezzo – Toskana), San Daniele (Udine – Friaul-Julisch Venetien), Cairo Montenotte (Savona – Ligurien)
Auf dem Salone dagegen präsentieren sich die italienischen Erzeuger aus folgenden Orten, in denen die Realisierung eines Marktes der Erde bevorsteht:
Bologna (Emilia Romagna), Caltanissetta (Sizilien), Capannori (Lucca – Toskana), Cisternino (Brindisi – Apulien), Fabriano (Ancona – Marken), Ferentino (Frosinone – Latium), Gavi (Alessandria – Piemont), Mailand (Lombardei), Pistoia (Toskana), San Miniato (Pisa – Toskana), Terni (Umbrien), Umbertide (Perugia – Umbrien) und Villa Lagarina (Trient – Südtirol-Oberes Etschtal).

Paniere dei Prodotti Tipici
Stand der Handelskammer Turin – Stand der Provinz Turin
Das Projekt Paniere dei Prodotti Tipici – Warenkorb der typischen Produkte – will auch über den Geschmack kulturelle Eigenheiten schützen. Die Initiative der Provinz Turin, die soeben ihren siebten Geburtstag gefeiert hat, fördert erfolgreich das Territorium, indem sie bis heute dreißig Spezialitäten aus den reichen, wenig bekannten Bestand an lokalen gastronomischen Traditionen wieder ans Licht gebracht hat (www.provincia.torino.it). Diese Produkte werden zusammen mit Weinen aus dem Turiner Umland am Messestand der Provinz ausgestellt. Am Stand der Handelskammer werden außerdem die vorzüglichen Produkte aus dem Warenkorb und von den Maestri del Gusto direkt von den Erzeugern präsentiert: eine interessante Verkostung mit Anleitung nimmt die Besucher mit auf eine virtuelle Reise durch die Gebiete, aus denen die Produkte stammen.
Vom 8. November 2008 bis zum 11. Oktober 2009 finden an jedem zweiten Sonntag im Monat parallel zu den Bauernmärkten, die von Eataly gefördert werden, Tagesausflüge statt, um die Produktionsstätten des Paniere zu besichtigen. Sie werden von der Provinz Turin, dem Fremdenverkehrsamt ATL und der Handelskammer Turin angeboten, der Ausgangspunkt ist Eataly.

Partner für ein Event mit geringem Umwelteinfluss
Ziel des Projekts Events mit geringem Umwelteinfluss, das zum Programm Turin 2008 World Design Capital gehört, ist die progressive Verringerung der Umweltauswirkungen von Salone del Gusto und Terra Madre über nachhaltige Szenarien für Verbrauch und Abfallmanagement. Slow Food, die Region Piemont, die Stadt Turin und der Studiengang Industriedesign (Polytechnikum Turin) haben sich in Zusammenarbeit mit der Stiftung ZERI mit der bedeutenden Unterstützung anderer Partner für dieses Projekt engagiert. Einige von ihnen haben einen eigenen Bereich im Korridor Richtung Terra Madre: ReAcademy, Food Design, Italienisches Stahlkonsortium, AzzeroCO2, Marco Polo.